Anthroposophie

 

Die anthroposophische Medizin geht zurück auf Rudolf Steiner, der schon 30-jährig in seiner "Philosophie der Freiheit" auf das Denken als dem "unbeobachteten Element des gewöhnlichen Geisteslebens" hingewiesen hat. "Das ist die eigentümliche Natur des Denkens, daß der Denkende das Denken vergißt, während er es ausübt. Nicht das Denken beschäftigt ihn, sondern der Gegenstand des Denkens, den er beobachtet". (1)

Aus dieser Tatsache ergeben sich weitreichende Konsequenzen hinsichtlich des Umganges mit Beobachtungen und Beurteilungen. Der Mensch als im Kern geistig-seelisches Wesen kann erkannt und die Frage nach dem Sinn des Lebens kann gestellt werden. Die individuelle Persönlichkeit als der sein Dasein Verantwortende rückt in den Mittelpunkt der Vorgänge. Krankheit kann als integraler Lebensvorgang im Zusammenhang mit der individuellen Entwicklung gesehen werden. Damit verändert sich auch das Verhältnis von Arzt und Patient im gemeinsamen Ringen um Heilung bzw. Krankheitsprävention.



(1) R.Steiner, Philosophie der Freiheit, Rudolf-Steiner-Verlag 1973, S. 42